Computertomographie

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harmsi

Computertomographie
« Antwort #1 am: Januar 04, 2006, 22:12:08 Nachmittag »






Computertomographie
Die Computertomographie (CT) ist ein Röntgen-Verfahren: Während der Untersuchung umkreist eine Röntgenröhre den liegenden Patienten, während gleichzeitig gegenüberliegende mitrotierende Detektoren die Strahlung messen. Diese Strahlenwerte werden mittels einer Computerberechnung in Schichtbilder umgerechnet. Der Patient liegt bei der Untersuchung auf einem speziellen Tisch und wird auf diesem bis zur Körperstelle, die untersucht werden soll, in das CT-Gerät hinein geschoben. Von der zu untersuchenden Körperregion werden zahlreiche Querschnitte von einigen Millimetern Dicke gemacht. Anders als bei gewöhnlichen Röntgenuntersuchungen können die Organe überlagerungsfrei und daher besser abgebildet werden. Schon geringe Gewebeunterschiede treten in Erscheinung und können durch Kontrastmittelinjektion zusätzlich verstärkt werden. Die 1973 erstmals am Menschen eingesetzte Methode hat den "Vätern" der Computertomographie, G.N. Hounsfield und A.M. Cormack 1979 den Nobelpreis eingebracht.
Die CT ist eine schnelle und zuverlässige Untersuchungsmethode, die sowohl für die Not-falldiagnostik als auch zur Diagnostik vieler Erkrankungen des Nervensystems (Kopf, Wirbelsäule, Rückenmark oder Nerven) hervorragend geeignet ist, zum Beispiel bei Schlaganfällen, Hirnblutungen, Unfällen, Fehlbildungen, Tumoren, Bandscheibenvorfällen.
Zusätzliche Kontrastmittelgabe erlaubt die direkte Darstellung von Blutgefäßen und der Hirndurchblutung : Damit lassen sich Schlaganfälle schon in der Frühphase sicher diagnostizieren, wenn durch schnell eingeleitete Therapie noch Hirngewebe gerettet werden kann.  Einengungen von Gefäßen („Stenosen“) oder Gefäßverschlüsse können festgestellt werden, die die Ursache von Schlaganfällen sein können. Nach Hirnblutungen können ebenfalls schnell und mit hoher räumlicher Auflösung krankhafte Gefäßveränderungen (Gefäßaussackungen, Aneurysmen) nachgewiesen werden. 
Außerdem wird die CT zur Steuerung von vielfältigen Eingriffen eingesetzt: So wird bei Nervenwurzelblockaden zur Behandlung von Schmerzsyndromen unter CT-Kontrolle örtlich Betäubungsmittel eingespritzt. Bei Tumoren oder Entzündungen, die zur eindeutigen Bestimmung feingeweblich untersucht werden müssen, werden CT-gesteuert Gewebeproben entnommen.
Vorteile des CTs bestehen in der weiten Verbreitung dieser Geräte und damit leichten Ver-fügbarkeit der Untersuchung, in der kurzen Untersuchungsdauer, der hohen Aussagekraft bei Notfalluntersuchungen; darüber hinaus sind die Geräte großzügig konstruiert, so dass auch Menschen mit Platzangst gut untersucht werden können, und im Gegensatz zur Kern-spintomographie (MRT) können auch Patienten mit Herzschrittmachern und sonstigen metallischen Fremdkörpern untersucht werden.
Die Nachteile des CTs beruhen auf der (wenn auch geringen und durch die aktuellen technischen Entwicklungen weiter minimierten) Strahlenbelastung sowie dem geringeren Gewebskontrast im Vergleich zur MRT. Bei Kontrastmittelgabe kann es in sehr seltenen Fällen zu einer allergischen Reaktion oder krisenhaften Überfunktion der Schilddrüse kommen („thyreotoxische Krise“).
Zusammenfassend ist die Computertomographie erste Wahl bei einer Vielzahl von Notfall-untersuchungen und Routineuntersuchungen, so dass bei diesen Patienten eine MRT nicht notwendig ist.

In der eigenen Klinik erfolgt zur Zeit die Umstellung auf ein CT der neuesten Generation (Mehrzeiler-CT), die bei der Gefäß- und Durchblutungsdarstellung neue Maßstäbe setzt.
Hier einige Beispiele zum Einsatz der Computertomographie in der Neuroradiologie:

Abb.1: CT nach einem Schlaganfall während Kontrastmittelgabe zur Hirndurchblutungsmessung („Perfusions-CT“). Links das Graustufen-Bild, das Gebiet des Schlaganfalls ist im Vergleich zum gesunden Hirngewebe dunkelgrau dargestellt (Pfeile). Rechts die farbkodierte Darstellung der Hirndurchblutung, Minderdurchblutung rot dargestellt.

Abb. 2:
CT-Gefäßdarstellung („Angio-CT“) während Kontrastmittelgabe. Dreidimensionale Rekonstruktion der Schädelbasis mit den basalen Hirnarterien. Die linke mittlere Hirnarterie ist verschlossen (Pfeil).

Abb. 3:
Links Normalbefund einer Schädel-CT, rechts ausgedehnte Subarachnoidalblutung (Hellgrauer Saum, siehe Pfeile) nach Platzen eines Aneurysmas (Gefäßaussackung).

Abb. 4:
CT der Halswirbelsäule nach Injektion von Kontrastmittel in den Spinalkanal (CT-„Myelographie“). Ausriss einer Nervenwurzel nach Verkehrsunfall mit Austritt von Kontrastmittel in die eingerissene Wurzeltasche (Pfeil). Gegenseite normal.

Abb. 5:
CT des Übergangs von der Lendenwirbelsäule in das Kreuzbein. CT zur Steuerung einer so genannten Wurzelblockade bei Schmerzsyndrom. Patient in Bauchlage. Eine feine  Punktionsnadel (langer Pfeil) wird durch die Rückenmuskulatur zum Austrittpunkt einer Nervenwurzel vorgeschoben. Mit Kontrastmittel gemischtes Betäubungsmittel wird injiziert (kurzer Pfeil), die richtige Lage per CT kontrolliert.
http://neuroradiologie.uniklinik-freiburg.de/patinfo.htm

Mit der freundlichen Genehmigung von Prof. Dr. M.Schumacher-Uni Freiburg-
(Neurozentrum)